Kleines Schießlexikon

(GEWEHR) ABZIEHEN/ABZUG:

Es gibt grundsätzlich zwei Varianten deinen Abzug einzustellen.

  • Einstufiger Abzug / Direktabzug: Druckpunktabzug

  • Zweistufiger Abzug: Vorzugsweg + Druckpunktabzug

 

Bei der 1. Variante ist der Vorzugsweg + Vorzugsgewicht auf Null eingestellt. Das heißt, es gibt nur den Druckpunkt. Diese Einstellung wird oft in Verbindung mit einem niedrigen Abzugsgewicht verwendet. Bei der zweiten Variante, der gängigeren Variante, besteht der Abzugsvorgang aus zwei Schritten: Zuerst wird der Vorzugsweg überwunden bis man den Druckpunkt spürt und dann wird erst der Abzug ausgelöst.

 

(PISTOLE) ABZUGSVORGANG:

Im 1. Halteraum wird der Druckpunkt genommen.

Es folgt die Arbeitsphase = Bewegung in den 2. Halteraum - hier wird das Korn fokussiert. Beim Stehen im 2. Haltraum wird über das Ständige korrigieren der Druck verstärkt und so über die Visierung der Schuss ausgelöst.

 

(PISTOLE) ATMUNG:

Einfachatmung:

Doppelatmung:



ANSCHLAG:
... ist der Fachausdruck für deine Schießposition. In weiterer Folge beschreibt der Fachausdruck den äußeren- und inneren Anschlag, wobei sich beide im Einklang befinden sollten, um gute Leistungen erzielen zu können.

Äußerer Anschlag: Der äußere Anschlag beschreibt deine Schießposition wie sie von außen aussieht. Das heißt, bspw. wie breit du mit deinen Füßen stehst, wie deine Schultern positioniert sind, wo dein linker Arm aufsitzt (Gewehr) usw. Diese Einstellungen sollen auf deine Körperproportionen ausgerichtet sein und sich an gewisse Parameter halten, um eine optimale Kräftewirkung zu entfalten.

Innerer Anschlag: Der innere Anschlag betrifft alle Empfindungen im Körper, die du verspürst, während du in deiner Schießposition bist. Hierbei geht es bspw. um das Gefühl, das du hast, wenn du dein Sportgerät im Anschlag hältst. Welche Muskelpartien sind angespannt?  Welche möchte ich anspannen? Welche möchte ich bewusst entspannen?

BAUCHATMUNG:

Die Bauchatmund ist eine Form der Atmung, die oft bei Meditationstechniken bzw. beim Yoga vorkommt und entspannend wirken soll. Im Unterschied zur Brustatmung hebt sich bei der Bauchatmung der Bauch etwas an – man atmet in den Bauch – und hat insgesamt sehr positive Auswirken auf den Organismus.

(PISTOLE) BEWEGUNGSABLAUF:

 


HALTETRAINING:
Das Haltetraining ist eine Trainingsform, bei der du deinen äußeren Anschlag stabilisieren kannst, aber du dich in erster Linie auf das innere Anschlagsgefühl konzentrierst. D.h. ganz ohne Munition und ohne Trockenabzug. Nur du in deiner Anschlagsposition. Am besten geht diese Trainingsform, wenn du dich ganz knapp mit dem Lauf zu einer Wand stellst. Dadurch kannst du dich vollkommen auf dein inneres Gefühl konzentrieren. Haltetraining bedeutet jedoch nicht, dass du minutenlang in deiner Schießposition verharrst. Das würde deine Knochen und deine Muskulatur zu sehr belasten. Vielmehr nimmst du deine Anschlagsposition ein, verharrst darin, fühlst, wie sich deine Muskulatur verändert, oder auch nicht, spannst bewusst deine Muskulatur an und entspannst sie wieder und dann legst du dein Sportgerät wieder ab. Das machst du ganz in deinem Rhythmus. Umso besser du wirst, desto länger kann dein Haltetraining werden. Zu Beginn empfiehlt sich ein Rhythmus von 30/30 – was bedeutet 30 Sekunden halten, 30 Sekunden Pause.

NACHHALTEN:

Nachhalten nennt man den Vorgang der unmittelbar nach der Schussabgabe (trocken oder scharf) stattfindet bzw. stattfinden soll… Nachhalten gehört zu den Grundeigenschaften für einen gelungenen Schuss. Beim Nachhaltevorgang bleibt das zielende Auge Richtung Scheibe gerichtet und schaut dem Schuss quasi nach. Dieser sollte immer mit einer Selbstkontrolle abschließen – zuerst frage ich mich, wo der abgegebene Schuss auf der Scheibe liegt und danach erst schaue ich nach, wo er tatsächlich liegt und korrigiere ggf.

NULLSTELLUNG:
Die Nullstellung beschreibt die Position, die dein Anschlag im neutralen Zustand hat - D.h. ohne deinen Anschlag mit Muskelkraft in irgendeine Richtung zu bewegen. Wenn die Nullstellung gezielt angepasst wird, kann das einerseits Auswirkungen auf die Höhe deines Anschlags (Hoch, Tief) und/oder andererseits auf die Richtung (Links, Rechts) haben.

SCATT-GERÄT:
Das SCATT-Gerät steht repräsentativ für alle Geräte, die den Zielweg auf der Scheibe grafisch darstellen können. Solche Analysemethoden sind sehr sinnvoll, um zu sehen, wie du dich auf der Scheibe bewegst und was du gut machst bzw. wo du noch Verbesserungspotenzial hast.

TROCKENTRAINING:

Beim Trockentraining simulierst du einen Schuss ohne Munition im Lauf, wobei es nur „Klick“ macht. Dies ist eine gute Möglichkeit, um deine Technik auch während deines Wettkampfes zu überprüfen, ohne tatsächlich einen Schuss abzugeben. Zusätzlich bietet das Trockentraining die Möglichkeit vor einem ersten scharfen Schuss, dich etwas „aufzuwärmen“. Hier kannst du alle deine Abläufe (Zielweg, Abziehen, Nachhalten, ...) schon topseriös durchspielen, bevor es zum ersten scharfen Schuss kommt.

VORBEREITUNGSZEIT & PROBESCHIEßEN

In der Vorbereitungszeit dürfen nur Anschlagsübungen (Halte- Trockentraining) simuliert werden, aber noch nicht geschossen werden. Beim Probeschießen darf eine beliebige Anzahl an Schüssen innerhalb der vorgegeben Zeit abgegeben werden.

ZIELWEG:

Zielweg beschreibt den Weg, den deine Waffe auf der Scheibe zurücklegt. Je gleichmäßiger dein Zielweg ist, desto besser sind bzw. werden deine Schießergebnisse. Ein SCATT-Gerät dient als perfektes Hilfsmittel, um den Zielweg grafisch sichtbar zu machen.